Ein funkelnder Auftakt in der Sternwarte Tröglitz
Zum Start unseres Projekts besuchten wir die Sternwarte in Tröglitz. Herr Fiedler vom Heimat- und Sternwartenverein empfing die Kinder und gab ihnen spannende Einblicke in die Welt der Sterne und Planeten.
Ein ganz besonderes Erlebnis war die Beobachtung der Sonne durch das Teleskop. Alle Kinder durften hindurchschauen und entdeckten dabei sogar fünf Sonnenflecken. Die Begeisterung war groß, und es gab viele Fragen zu unserem Sonnensystem und den Geheimnissen des Universums.
Im Anschluss las Christiane Neuhofer vom Freundeskreis Buchkinder e. V. und unsere Mentorin das Märchen „Die Sterntaler“ vor. Die Geschichte regte die Kinder zum Nachdenken an und weckte ihre Fantasie. Wie aufmerksam sie zugehört hatten, zeigte die Bemerkung eines Jungen: „Wenn ich in den Wald gehe, nehme ich Wechselkleidung mit, damit es mir nicht wie dem Kind aus der Geschichte geht.“
Dieser spontane Gedanke sorgte für ein Schmunzeln und zeigte zugleich, wie intensiv sich die Kinder mit dem Märchen auseinandersetzten. Aus den ersten Eindrücken entstanden bereits neue Ideen für eigene Geschichten.
Mit Werkzeug, Farbe und Fantasie ans Werk
Am 10. September begann die praktische Arbeit im Werkraum. Die Kinder teilten sich in vier Gruppen auf und gaben sich eigene Namen: Astronautengruppe, CR 7 Sooi-Gruppe, Saturngruppe und Sternwartenbande.
Unter fachkundiger Anleitung lernten sie das Linolschnittverfahren kennen. Zunächst zeichneten sie ihre Motive auf die Linoleumplatten, anschließend schnitzten sie ihre Bilder vorsichtig in das Material. Dabei waren Konzentration, Geduld und Ausdauer gefragt. Die ungewohnte Arbeit mit den Werkzeugen war durchaus anstrengend, doch die Kinder ließen sich davon nicht entmutigen. Mit viel Freude und Einsatz entstanden die ersten eigenen Kunstwerke.
Herr Fiedler besuchte die Gruppe erneut und brachte Bilder von Planeten, der Erde und der Sonne sowie ältere Aufnahmen der Sternwarte mit. Diese Anregungen halfen den Kindern, ihre Erlebnisse aufzugreifen und neue Bildideen zu entwickeln.
Nachdem die Linolschnitte fertiggestellt waren, folgte der nächste spannende Schritt: der Linoldruck. Jedes Kind durfte eine eigene Farbe auswählen und das selbst gestaltete Motiv auf Papier drucken. Die Freude war groß, als aus den geschnitzten Platten farbige Bilder entstanden. Stolz betrachteten die Kinder ihre Ergebnisse und tauschten sich darüber aus.
Geschichten entstehen aus eigenen Ideen
Bei den weiteren Projekttreffen am 17. und 24. September wurde mit viel Kreativität weitergearbeitet. Die Kinder entwickelten ihre Geschichten, gestalteten zusätzliche Linolschnitte und probierten neue Ideen aus. Jede Gruppe setzte dabei eigene Schwerpunkte. Die Sternwartenbande arbeitete an weiteren Motiven, die Saturngruppe entwickelte ihre Druckideen weiter, und die Astronautengruppe beschäftigte sich unter anderem mit der Frage, welche Spuren man im Weltall hinterlassen könnte. Die Gruppe CR 7 Sooi überlegte, mit wem man im Weltall spielen könnte.
Gemeinsam mit Christiane Neuhofer besprachen die Kinder ihre Einfälle, erzählten Geschichten und entwickelten diese gemeinsam weiter. Dabei entstanden zahlreiche Bilder, Drucke und fantasievolle Erzählansätze. Die Kinder merkten schnell, dass ihre eigenen Beobachtungen, Gedanken und Erlebnisse wertvolle Ausgangspunkte für Kunst und Geschichten sind.
Mit Begeisterung geht es weiter
Auch bei den Treffen am 1. und 8. Oktober wurde fleißig gearbeitet. Die Kinder entwickelten ihre Geschichten weiter, fertigten zusätzliche Drucke an und stellten Herzen aus Wachs her. Mit jedem Treffen kamen neue Ideen hinzu, und die bisherigen Arbeiten wurden ergänzt und weiterentwickelt.
Besonders schön ist zu erleben, mit wie viel Freude, Neugier und Begeisterung die Kinder bei der Sache sind. Sie bringen eigene Vorschläge ein, unterstützen sich gegenseitig und sind stolz auf das, was sie gemeinsam schaffen. Wir kommen gut voran und freuen uns über die vielen kreativen Ergebnisse.
Mehr als nur ein Buch
Unser Projekt verbindet naturwissenschaftliche Entdeckungen mit Literatur und bildnerischem Gestalten. Die Kinder lernen die Welt des Universums kennen, hören Geschichten, stellen Fragen und setzen ihre Gedanken anschließend in eigenen Bildern und Texten um.
Dabei werden nicht nur Fantasie und Sprachfähigkeit gefördert. Auch Feinmotorik, Konzentration, Ausdauer, Selbstständigkeit und Teamarbeit spielen eine wichtige Rolle. Durch die Zusammenarbeit in den Tandems erleben die Kinder, wie bereichernd es ist, Ideen miteinander zu teilen und gemeinsam etwas Neues entstehen zu lassen.
Ein besonderes Anliegen ist uns, dass jedes Kind seine eigenen Vorstellungen einbringen kann. Jede Zeichnung, jeder Druck und jede Geschichte ist ein persönlicher Beitrag zu unserem gemeinsamen Werk.
Wie geht es weiter?
In den kommenden Wochen werden die Kinder ihre Geschichten und Bilder weiterentwickeln, neue Drucke gestalten und die entstandenen Arbeiten zusammenstellen. Schritt für Schritt wächst daraus unser gemeinsames Buchprojekt „Kinderblicke ins Universum“. Wir sind gespannt, welche Geschichten, Bilder und Ideen noch entstehen werden. Schon jetzt zeigt sich: Wenn Kinder entdecken, gestalten und ihre Gedanken frei ausdrücken dürfen, entstehen wunderbare Dinge.
Wir danken der Stiftung Bildung für die Förderung im Rahmen der Chancenpatenschaften sowie allen Beteiligten und Unterstützerinnen und Unterstützern, die dieses Projekt möglich machen. Dem Förderverein der Grundschule Tröglitz e.V., Frau Christiane Neuhofer von der Kunst - und Literaturwerkstatt „freisilben“ den zahlreichen Lesepatinnen - und Lesepaten die das Projekt begleiten.
